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Schon 1964 hatte Dr. Elsholz, als Veterinär Facharzt für Pferde am Gestüt Aegidienberg, auf winzige Fliegen- und Mückenarten hingewiesen. Kaum millimetergroße Mücken aus der Gattung der Culicoides (Gnitzen) verursachen durch ihre Stiche Beschädigungen der Haut.

Über die Speicheldrüse der weiblichen Insekten wird ein Sekret abgesondert und in die beim Blutsaugen entstehende Wunde geleitet. Das Sekret sorgt dafür, dass die Blutgerinnung verzögert wird und das Saugen nicht behindert. Es löst bei den gestochenen Tieren starken Juckreiz aus, der dadurch verstärkt wird, dass das Insekt in den 3–4 Minuten der Blutaufnahme öfters seine Position wechselt und mehrfach zusticht.
Bevorzugte Angriffsziele sind der Mähnenkamm, Widerrist, Kruppe, Schweifrübenansatz und Unterbauch, auch Kopf und Ohren werden stark befallen.
Die Hauptflugzeiten der Insekten sind 2–3 Stunden nach und 2–3 Stunden vor Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang. Dabei bewegen sie sich bei Windstille kaum mehr als hochstens 200 Meter von ihrem Brutplatz.
Das erklärt auch, warum dieses Problem in Island z.B. nicht bekannt ist. Der dauernde, mitunter starke Wind lässt die Entwicklung von Mücken dieser Art nicht zu. Ansonsten sind sie in allen Teilen der Erde nachgewiesen, und es hat sich ja auch gezeigt, dass keineswegs nur Islandpferde vom Übel der Sommerwunden betroffen sind.
Allerdings hat die bei vielen anderen Pferderassen übliche und wenig artgerechte Form der Haltung in Boxen zumindest den Vorteil, dass Fliegen- und Mückenbefall geringer sind.

Bevorzugt leben Mücken in windgeschützten Feuchtraumgebieten, wo sie auch ihre Eier ablegen. Etwa 30 Tage dauert es, bis sich das fertige Insekt aus dem Ei entwickelt hat, und so groß ist auch ihre Lebenserwartung. In den kühleren Monaten des Herbstes verlängert sich diese Zeit, die Insekten werden älter, sind stärker - und lästiger. Dies erklärt, warum die Tiere während der Monate September und Oktober in verstärktem Maße belästigt werden.

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Aktualisiert am 12.03.2006